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UBS-Totalabsturz: 7,6 Mrd. Euro Reinverlust für erstes Quartal
Analyst: "Sehe kein Licht am Ende des Tunnels"

Verwaltungsratschef Marcel Ospel geht von Bord (Foto: ubs.ch)
Zürich/Basel/Erlangen (pte/01.04.2008/10:30) - Die Finanzkrise hat die Schweizer Großbank UBS http://www.ubs.ch so stark erfasst, dass nun Köpfe rollen. Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel hat mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt bekannt gegeben. Wie das Institut heute, Dienstag, berichtet, wurde für das erste Quartal 2008 ein Reinverlust von rund zwölf Mrd. Schweizer Franken (7,6 Mrd. Euro) erwirtschaftet. Zwar ist ein weiterer hoher Abschreibungsbedarf erwartet worden, dennoch überrascht der aktuelle Quartalsverlust selbst optimistische Analystenkreise. Die UBS-Aktie verlor heute zwischenzeitlich um fünf Prozent an Wert und rauschte seit Jahresbeginn mehr als 40 Prozent in die Tiefe.

"Weitere Abschreibungen habe ich erwartet, jedoch nicht in dieser großen Höhe. Angesichts der Misere für die Bank ist die Personalentscheidung an der Spitze des Unternehmens als eindeutig richtige Maßnahme zu bewerten. Trotz alledem sehe für die UBS bislang noch kein Licht am Ende des Tunnels", meint Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums http://www.bfz-ev.de und Emeritus am Lehrstuhl für Bank- und Börsenwesen an der Universität Erlangen-Nürnberg http://www.uni-erlangen.de, im Gespräch mit pressetext. Laut dem Experten zeige das Beispiel UBS, dass die internationale Finanzkrise noch längst nicht ausgestanden ist und sich der Abwärtstrend an den Märkten noch weiter fortsetzt. So gehe der Abschreibungsbedarf bei den Instituten nach wie vor unvermindert weiter.

Insider sehen die UBS als eine der europäischen Großbanken, die sich mit amerikanischen Hypothekenverbriefungen am stärksten verspekuliert hat. Mit 19 Mrd. Dollar musste der Traditionsbankenkonzern bislang mehr abschreiben, als jeder andere europäische Finanzriese. Die unerwartete Höhe der neuerlichen Belastungen führt dazu, dass die Bank ihre Liquidität mit einer Kapitalerhöhung über 15 Mrd. Schweizer Franken weiterhin sicherstellen muss. "Die UBS bemüht sich sehr um frisches Kapital. Ob diese Strategie erfolgreich aufgeht, wird sich zeigen", so Gerke gegenüber pressetext. Zudem soll die Bank Medienberichten zufolge einen organischen Schlussstrich unter die Belastungen durch Hypothekenderivate gezogen haben. Es sei vorgesehen, die Positionen im Subprime-Segment in eine gesonderte Gesellschaft auszugliedern.

Da Ospel nicht zur Wiederwahl antritt und folglich nicht länger "Teil der Lösung" ist, wie dies Ende 2007 durch den Generalversammlungsbeschluss noch geheißen hatte, soll dessen Position ab sofort vom bisherigen Konzernleitungsmitglied Peter Kurer übernommen werden. Kenner sehen den Personalwechsel als konsequenten Schritt des Konzerns auf dem Weg in eine bessere Zukunft. Die UBS, die im vergangenen Jahr durch die Subprime-Krise erstmals in ihrer Geschichte einen Verlust über 4,4 Mrd. Schweizer Franken hinnehmen musste, konnte sich zuletzt nur durch eine drastische Kapitalmaßnahme vor einer drohenden Pleite retten. Durch eine Pflichtwandelanleihe beschaffte sich die Bank 13 Mrd. Schweizer Franken durch den Regierungsfonds GIC aus Singapur und einem Großinvestor aus Saudi-Arabien. (Ende)



Aussender: pressetext.schweiz
Redakteur: Florian Fügemann
email: fuegemann@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-305

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