pte20120927016 in Leben

"Menschen vertrauen Menschen, nicht Firmennamen"

Offensive Kommunikation im Web 2.0 lässt eigenes Image mitgestalten


Martin Zimper:
Martin Zimper: "Vorgesetzte müssen Mitarbeitern vertrauen" (Foto: zhdk.ch)

Zürich/Wien (pte016/27.09.2012/11:30) "Vertrauen ist die wichtigste Währung, mit der im Netz gezahlt wird. Ohne sie ist erfolgreiche Unternehmenskommunikation im Web nicht möglich." Zu diesem Schluss kommt Martin Zimper, Professor für audiovisuelle Medien an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK http://cast.zhdk.ch , im Gespräch mit pressetext. Zimper gehört zu jenen Experten, die sich heute, Donnerstag, bei der Social Media Convention in Zürich http://pressetext.com/convention-zuerich die Klinke in die Hand geben.

Es muss menscheln

Vertrauen hat immer ein menschliches Antlitz und ist nicht nur in der Kundenkommunikation mit Emotionen und Gefühlen verbunden. "Menschen vertrauen anderen Menschen und nicht Firmennamen. Unternehmen sollten klar kommunizieren, welche konkreten Menschen hinter ihrem Social-Media-Auftritt stecken, Nachrichten sollten vermenschlicht werden", empfiehlt Zimper.

Die verschiedensten Social-Web-Kanäle müssen ernst genommen und gepflegt werden. Man solle auch am Wochenende innerhalb von 24 Stunden auf kritische Postings reagieren und ehrliche Antworten geben. Grundvoraussetzung ist, dass Vorgesetzte auch ihren eigenen Mitarbeitern Vertrauen entgegen bringen. "Alle Beschäftigten sollen auch am Arbeitsplatz Social Media nutzen dürfen. Sie sind auch Botschafter des Unternehmens im privaten Umfeld", so der Experte.

Bewegten Bildern gehört die Zukunft

Im Online-Dialog mit potenziellen Kunden sind langweilige und trockene Inhalte fehl am Platz. Zimper bezeichnet die heutige Zeit als "Age of Screens". "Wir leben nicht mehr im Gutenberg-Zeitalter voller bedrucktem Papier. Die Story steht im Vordergrund - sie muss zuerst entwickelt und qualitätsvoll produziert werden. Darauf folgt eine professionelle Verbreitung über möglichst viele Kanäle und Plattformen." Der Österreicher rechnet damit, dass im kommenden Jahr 80 Prozent des weltweiten Contents auf Filme, Videos und Animationen zurückzuführen sein werden.

Welchen enormen Bedeutungsgewinn Videos im Netz gerade erfahren, hat Zimper anhand des Projekts "Kony 2012" veranschaulicht. Das 30-minütige Video ist der meistgesehenste Online-Film des Jahres. Zimper betont, dass er dem Video durchaus kritisch gegenüber steht. Kony 2012 besticht allerdings mit seinen Storytelling-Qualitäten. Er wurde professionell und teuer produziert und integriert Social Media in die eigene Handlung. Das Wichtigste daran: "Der Zuschauer hat das Gefühl, durch sein Handeln die Welt verändern zu können und besser zu machen. Der Zuseher selbst wird zum Hero."

Glaubwürdig in die Offensive gehen

Offener Umgang mit Kritik, Ehrlichkeit und Offenheit sind Werte, die auch für die Arbeitgeberbewertungsplattform kununu http://kununu.com eine zentrale Rolle spielen. Der Marktführer sieht sich als Moderator zwischen Arbeitnehmern und Vorgesetzten und stellt mit seinen Gesprächsregeln den Raum für Diskussion und Austausch zur Verfügung. "Über Unternehmen wird gesprochen - ob sie mitreden oder nicht, ändert an diesem Fakt nichts", so Carolin Horn, Head of Business Development bei kununu, gegenüber pressetext. Auch sie hat ihr Wissen und Know-how den Teilnehmern auf der Social Media Convention in Zürich zur Verfügung gestellt.

Horn ist der Überzeugung, dass Reaktionen des Unternehmens auf Bewertungen in hohem Maß die eigene Wahrnehmung mitgestalten, sowohl in positiver wie negativer Hinsicht. "Wenn es eine Firma aber verabsäumt, auf Äußerungen von Mitarbeitern oder Bewerbern zeitnah und adäquat zu reagieren, kann sich der vorherrschende Unmut verstärken und sich sogar zu einem Shitstorm hochschaukeln", erklärt Horn. Wenn es dementsprechenden Handlungsbedarf gibt, sei breites Monitoring und aktives Handeln dringend notwendig.

Fotos zur Veranstaltung stehen unter http://fotodienst.pressetext.com/album/3085 als Download zur Verfügung.

Video-Kampagne Kony 2012 mit deutschem Untertitel:



(Ende)
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