pte20210531001 Produkte/Innovationen, Forschung/Entwicklung

Roboter kann ein Lächeln erwidern

Künstliche Muskeln und künstliche Intelligenz ermöglichen reaktive Mimik


Robo-Mimik: Kann auf Menschen reagieren (Foto: columbia.edu)
Robo-Mimik: Kann auf Menschen reagieren (Foto: columbia.edu)

New York (pte001/31.05.2021/06:00)

Wenn Roboter immer enger mit Menschen zusammenarbeiten, brauchen sie auch ein ausdrucksstarkes Gesicht, dem man Freude, Ärger, Wut und andere Gefühle ansieht. Forscher an der Ingenieursschule der Columbia University https://www.engineering.columbia.edu haben mit „EVA" ein Robotergesicht geschaffen, das dazu in der Lage ist – und jetzt auch wirklich mit einem passenden Gesichtsausdruck darauf reagieren kann, was die Mimik von Menschen in der Nähe gerade zum Ausdruck bringt.

Menschlichere Roboter

„Die Idee, EVA zu entwickeln, nahm vor ein paar Jahren Gestalt an, als meine Studenten und ich bemerkten, dass die Roboter in unserem Labor uns mit Kulleraugen anstarrten", sagt Hod Lipson, Professor für Maschinenbau. Er registrierte zudem, dass die Menschen sich Roboter wünschen, die menschlicher wirken und ihnen beispielsweise Namen und Kleidung geben. „Da haben wir uns gefragt: Warum entwickeln wir keinen Roboter mit ausdrucksstarkem und responsivem Gesicht", so Lipson.

Daher entstand EVA, eine Büste, deren Gesicht dem der Darsteller der Showtruppe „Blue Man Group" ähnelt. Sie kann dank künstlicher Muskel die sechs Grundemotionen Wut, Ekel, Angst, Freude, Traurigkeit und Überraschung sowie eine Reihe nuancierterer Emotionen ausdrücken. „Als EVA mir kürzlich ein breites Lächeln schenkte habe ich zurück gelächelt, obwohl ich wusste, dass es ein rein mechanischer Vorgang war", gesteht Lipson. Freilich ist das zutiefst menschlich – und genau das, was sein Team EVA nun beigebracht hat.

Zurücklächeln

Dank ausgereifter KI kann EVA nämlich den Gesichtsausdruck von Menschen in der Nähe erkennen und diesen dann widerspiegeln – also beispielsweise eben zurück lächeln. Dazu muss der Roboter beurteilen, welchen Gesichtsausdruck seine komplexe Kunstmuskel-Mechanik ergibt. Dazu hat EVA mithilfe neuronaler Netze aus stundenlangen Videos des eigenen Gesichts gelernt, wie dieses funktioniert – und somit, gezielt einen bestimmten Ausdruck aufzusetzen. Zudem hat tiefes Lernen den Roboter befähigt, den Gesichtsausdruck von Menschen einzuschätzen.

Durch diese Kombination kann EVA nun mit eigener Mimik darauf reagieren, was sich im Gesicht von Menschen in der Nähe abspielt. In Laborexperimenten hat sich allerdings gezeigt, dass der Roboter noch weit von einer komplexen nonverbalen Kommunikation über Gesichtsausdrücke entfernt ist, zu der Menschen untereinander in der Lage sind. Doch sind die Forscher zuversichtlich, dass die Technologie dazu beitragen wird, dass Roboter in Zukunft besser auch über Mimik und Körpersprache mit Menschen kommunizieren werden.



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