pte20250402027 in Forschung

NASA bannt Gefahr von lästigem Mondstaub

Elektrodynamischer Staubschild soll Herausforderung für längere Weltraummissionen beseitigen


Mit Regolith veklebter Mondbesucher Eugene Cernan nach der Rückkehr (Foto: nasa.gov)
Mit Regolith veklebter Mondbesucher Eugene Cernan nach der Rückkehr (Foto: nasa.gov)

Washington (pte027/02.04.2025/11:30)

Mit einer neuen Technologie will die US-Raumfahrtbehörde NASA das Staubproblem als größte Gefahr für das Gelingen einer neuen Landung auf dem Mond bannen. Die Herausforderung ist groß. Während der "Blue Ghost Mission 1" von Firefly Aerospace, die am 16. März dieses Jahres endete und bei der eine unbemannte Kapsel weich auf dem Mond landete, testete die Organisation den elektrodynamischen Staubschild (EDS). Dieser verhindert, dass sich Mondstaub auf Geräten und Raumanzügen festsetzt.

Regolith haftet überall

Den EDS hat die NASA im Kennedy Space Center selbst entwickelt. Die Technik nutzt elektrodynamische Kräfte, um den elektrisch aufgeladenen Mondstaub, Regolith genannt, anzuheben und von Oberflächen zu entfernen. Die NASA wertet diesen Erfolg als Meilenstein für das Gelingen langfristiger Mond- und interplanetarer Operationen, weil damit staubbedingte Gefahren für eine Vielzahl von Oberflächen reduziert werden.

Regolith setzt sich auf Wärmestrahlern, Solarmodulen, Kameralinsen, Raumanzügen, Stiefeln und Helmvisieren ab. Er kann alles beschädigen, von Raumanzügen und Hardware bis hin zur menschlichen Lunge, was den Mondstaub zu einer der größten Herausforderungen für das Leben und Arbeiten auf der Mondoberfläche macht.

Mondbesucher wie Kumpel

Einfach wegwischen, wie bei irdischem Staub, funktioniert nicht. Er setzt sich fest und hat extrem scharfe Kanten, die die Flächen, auf denen er sich festsetzt, beim Entfernen schädigt oder zerstört. Schon bei den kurzen Besuchen von Menschen auf der Mondoberfläche zwischen 1969 und 1972 war dieser Staub eine große Gefahr. Bei der Kürze der Aufenthalte ließ sie sich allerdings bannen. Allerdings sahen sie nach der Rückkehr zur Erde wie Bergarbeiter nach der Schicht aus.

Für längerfristige Missionen wie die geplanten Mondlandungen im Rahmen des amerikanischen Artemis-Programms scheint eine Technik wie EDS nötig, um zu verhindern, dass sich auf Oberflächen immer mehr Staub absetzt. Mondstaub ist das Ergebnis von Meteoriteneinschlägen aus Millionen Jahren. Sie haben das Gestein pulverisiert, allerdings so, dass es scharfe Kanten aufweist und elektrostatisch geladen ist. So bleibt er auf Oberflächen kleben wie ein Luftballon an der Zimmerdecke, der durch Reibung mit Haaren elektrostatisch aufgeladen worden ist.

(Ende)
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