Politiker stürzen Kryptowährungen ins Chaos
Beispiele von Trump und Milei untersucht - Prominente Unterstützung kann nach hinten losgehen
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Donald Trump: Unterstützung von Kryptowährungen kann nach hinten losgehen (Foto: pixabay.com, heblo) |
Washington (pte004/02.04.2025/06:05)
Politische Unterstützung tut den Kursen von Kryptogeld nicht gut. Das zeigt eine Analyse des Fintechs Deblock. Bestes Beispiel seien die USA. US-Präsident Donald Trump hatte den Aufbau einer staatlichen Krypto-Reserve angekündigt. Doch der Kurs des Bitcoins brach in der Folge um sechs Prozent ein. Auch der ultraliberale argentinische Staatschef Javier Milei, der die unkontrollierte Währung unterstützt hat, sorgte mit dafür, dass Anleger Milliarden Dollar verloren haben, beklagt Deblock-Strategiedirektorin Claire Balva.
Ermittlungen gegen Milei
Berichten zufolge untersucht die argentinische Staatsanwaltschaft, ob Milei sich des Betrugs oder der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung schuldig gemacht hat oder gegen seine Pflichten verstoßen hat, als er im Februar in den sozialen Medien die Kryptowährung $LIBRA lobte. Der Wert des Tokens stieg daraufhin von nur wenigen Cent auf fast fünf Dollar und stürzte dann ab, weil eine Handvoll Investoren, die $LIBRA für Cent-Beträge eingekauft hatten, alles auf den Markt warfen.
"Ich habe es nicht beworben", sagte Milei im Februar dem Sender "TN" und fügte hinzu, dass es sich um ein Problem zwischen privaten Parteien handele. Der Staat spiele hier keine Rolle. "Ich habe in gutem Glauben gehandelt", so der umstrittene Staatschef. Hayden Davis, der bei der Einführung von $LIBRA half, gab an, er sei vom anfänglichen Erfolg von Trumps Memecoin $TRUMP inspiriert worden, der die Amtseinführung des Präsidenten markierte.
Ein Memecoin ist eine Kryptowährung, die auf der Popularität einer viralen Persönlichkeit oder eines Phänomens im Internet basiert und oft als rein spekulativer Vermögenswert angesehen wird. Trump soll Berichten zufolge mindestens 350 Mio. Dollar verdient haben, so die "Financial Times". Etwa 810.000 Käufer verloren zusammen mehr als zwei Mrd. Dollar, so die Kryptodaten-Gruppe Chainalysis.
Vom Kritiker zum Verfechter
Einst ein scharfer Kritiker von Kryptowährungen, ist Trump zum glühenden Verfechter geworden. Er bietet mehrere Produkte an, die mit digitalen Währungen in Verbindung stehen, insbesondere über seine Börse World Liberty Financial. Auf dem Papier könnte seine Unterstützung für Kryptoprojekte die Legitimität des Sektors stärken.
"Aber es kann auch nach hinten losgehen", meint Larisa Yarovaya, Direktorin des Center for Digital Finance an der Southampton Business School. "Da es keine zentrale Behörde gibt, beruht das Kryptowährungs-System auf dem Vertrauen in die Personen, die diese Produkte unterstützen", unterstreicht Maximilian Brichta, Doktorand für Kommunikation an der University of Southern California.
Um Preismanipulationen zu vermeiden, "schreibt die Best Practice vor, dass die ersten Investoren bei der Einführung einer Kryptowährung einen sehr kleinen Anteil des Angebots halten" und für "mehrere Jahre" am Verkauf gehindert werden, so Balva. Bei der Einführung von $LIBRA seien jedoch "mehr als 80 Prozent" der verfügbaren Token bei "einer Handvoll Großaktionäre" gelandet, die "die sie jederzeit vollständig liquidieren konnten", fügt sie hinzu. Am Ende stünde ein Betrug.
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