pte20250403002 in Leben

Bremse für Bakterien verhindert Infektionen

Antibiotikaresistenzen verlieren laut Forschern der Cornell University somit ihre Schutzfunktion


Geißel von Bakterien zur Bewegung: Forscher lähmen diese gezielt (Foto: cornell.edu)
Geißel von Bakterien zur Bewegung: Forscher lähmen diese gezielt (Foto: cornell.edu)

Ithaca (pte002/03.04.2025/06:05)

Forscher der Cornell University bekämpfen mit einem neuen Verfahren antibiotikaresistente Bakterien. Dabei wird die Fortbewegung der Mikroorganismen gehemmt. Diese Bewegung ist für viele Krankheitserreger unumgänglich, um von einem Organismus in den anderen zu gelangen, etwa von der Zecke in den menschlichen Körper. Auch dort angekommen, müssen sie sich weiterbewegen, um den besten Platz zum Einnisten zu finden, und den menschlichen Wirt zu infizieren.

Antrieb wird lahmgelegt

Die neue Waffe richtet sich gegen dünne, korkenzieherförmige Bakterien, Spirochäten genannt, die sich mithilfe eines verborgenen propellerartigen Motors durch das Gewebe winden und durch eine Membran vor dem Immunsystem des Wirts schützt. Zur Fortbewegung dient eine Geißel, die über einen Haken mit dem Antriebsmotor des Organismus verbunden ist. Der Haken besteht aus selbstorganisierenden Proteinuntereinheiten, die durch molekulare Brücken (LAL) zusammenhalten.

"Wenn die LAL-Bildung gestört ist, können Geißel und Motor nicht effektiv zusammenarbeiten. Das wiederum hindert die Spirochäten daran, durch Körpergewebe zu schwimmen, und verringert erheblich ihre Fähigkeit zur Ausbreitung und Infektion", unterstreicht Cornell-Wissenschaftler Michael Lynch.

Lähmende Medikamente

Spirochäten, darunter Borrelien (Auslöser von Lyme-Borreliose), Treponemen (Syphilis) und Leptospiren (Leptospirose, eine bakterielle Infektion, die eine leichte grippeähnliche Erkrankung bis hin zu schweren Nieren- oder Leberschäden verursachen kann), sind hochgradig invasiv und in der Lage, praktisch jedes Gewebe im menschlichen Körper zu durchdringen und sogar die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden.

Viele dieser Infektionen sind hartnäckig, schwer frühzeitig zu diagnostizieren und manchmal resistent gegen Standardmedikamente. Die derzeitigen Behandlungsmethoden basieren hauptsächlich auf Antibiotika, die wahllos Bakterien und Zellen zerstören, wenn die Bakterien nicht bereits Resistenzen entwickelt haben. Jetzt konzentrieren sich die Forscher darauf, Medikamente zu entwickeln, die die LAL-Bildung verhindern und damit die Bewegungsfähigkeit der Bakterien lähmen.



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