Jede 2. österreichische Firma erhielt LoveLetter-Virus
Ton- und Bildarchive vernichtet
Wien (pte017/08.05.2000/11:58) Nach Ansicht des Software-Unternehmens Ikarus http://www.ikarus.at war jedes zweite Unternehmen vom "LoveLetter"-Virus betroffen. Bei vielen der Unternehmen brach durch das Virus der Mail-Server zusammen, andere trennten ihre Server als Vorsichtsmaßnahme gleich vom Netz. Dadurch waren einige Unternehmen nicht mehr zu erreichen. Mehrere Unternehmen verloren durch das Virus ihre gesamten Bild- und Tonarchive, da das Virus bei seiner Verbreitung jpg- und mp3-Dateien überschreibt. Bei den großen Banken wurde die Viren-Attacke relativ schnell abgewehrt. So hatten zum Beispiel die Raifeisen-Zentralbank http://www.ikarus.at und Bank Austria http://www.bankaustria.com den Virus innerhalb kürzester Zeit im Griff, ohne dass Schäden aufgetreten wären.
"Nicht alle Unternehmen geben es zu, aber einige waren durch das Virus wirklich schwer betroffen", sagte Victor Strelsky, Entwicklungsleiter des österreichischen Software-Unternehmens Ikarus, zu pressetext.austria. "Es hat sich gezeigt, dass sich neue Viren rasant ausbreiten können. Doch die wirkliche Gefahr liegt jetzt in den nächsten Monaten bei den Trittbrettfahrern, die das Virus noch bösartiger machen." Das Virus sei trivial zu modifizieren, meinte Strelsky weiter. Auch wäre das Virus nicht vollständig neu gewesen, sondern nur eine neue gekonnte Kombination von bereits bekannten Teilen.
Das Internet-Service Unternehmen Bacher Systems http://www.bacher.at verzeichnete in den letzten Tagen ebenfalls viele Anrufe von Kunden. "Besonders schlimm war es bei Kunden, die das Outlook-Adressbook verwenden", meinte Matthias Santer von Bacher Systems. "Dort wo Outlook nicht verwendet wurde, trat das Virus auch nur isoliert auf." Dabei wirkte sich der hohe Integrationsgrad und die Standardisierung der Microsoft-Produkte besonders schwer aus. Was gewöhnlich der große Vorteil von Micrososft-Systemen ist, um den Datenaustausch zwischen den einzelnen Programmen zu erleichtern und die Handhabung zu vereinfachen, wird bei einem Virenangriff zu einem großen Nachteil, da das Virus im Computer leichter auf andere Programme übergreifen kann.
Eine hilfreiche Zusammenstellung von Lösungsmöglichkeiten hat der Computer-Experte der Wiener Zeitung, Gerald Jatzek erstellt: http://www.wienerzeitung.at/aktuell/2000/05/04/aktuell2.htm
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