Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Herzog Telecom
Schulden von mehreren Millionen Mark - Unternehmen droht Insolvenz
Koblenz (pte075/22.03.2001/17:34) Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat Ermittlungen gegen das Trierer Telekommunikationsunternehmen Herzog Telecom http://www.herzogtel.de aufgenommen. Bei den Durchsuchungen gehe es unter anderem um das nicht eingehaltene Versprechen an Kunden, die Grundgebühr zurückzuerstatten, so die Anwaltschaft. Firmen-Chef Sven Herzog räumte Rückstände in diesem Punkt ein, vermutet hinter den Anzeigen aber einen Konkurrenten. Der Koblenzer Oberstaatsanwalt Volker Bewernick sagte, gegen das Unternehmen bestehe der Verdacht der "strafbaren Werbung". Die Anklagebehörde hatte bei einer Durchsuchung der Geschäftsräume am Mittwoch auch Unterlagen beschlagnahmt.
Den Durchsuchungen liegen nach Herzogs Worten vier identisch formulierte Strafanzeigen aus verschiedenen Gegenden Deutschlands zugrunde. Er vermutete deshalb einen Mitbewerber hinter den Anzeigen. Er habe einen bestimmten Verdacht, wollte den Namen des konkurrierenden Unternehmens aber nicht verraten. Allerdings sei die Telekom, gegen deren Mobilfunktochter T-Mobil das Trierer Unternehmen seit zwei Jahren klage, wohl nicht der Urheber, ließ er durchblicken.
Die börsennotierte Herzog Telecom ist aber auch unter schwerem finanziellen Druck. Die Zeitung "Trierischer Volksfreund" hatte unter anderem berichtet, die ausstehenden Kunden-Forderungen beliefen sich auf mehrere Millionen Mark. Herzog nannte eine Zahl von 9.000 Kunden, die zwischen einem Viertel- und einem halben Jahr auf ihr Geld warteten. Derzeit betrügen die Ausstände 1,1 Mio. Mark und "noch einmal etwas mehr" in den nächsten neun Monaten. Zu einem möglicherweise drohenden Insolvenz-Verfahren meinte er. "Der Stand von heute ist: Wir verhandeln kräftig."
Bekannt geworden sind außerdem Schwierigkeiten des Unternehmens, Miete und Gehälter zu zahlen. Deshalb sollen unrentable Filialen geschlossen und die von Herzog betriebenen Call Center ausgelagert werden. Zukünftig will sich das Unternehmen auf den Filialbetrieb im Raum Eifel/Saar/Mosel konzentrieren.
Weiterhin soll der Personalstand um eine nicht näher genannte Zahl reduziert werden. Ursache ist laut Herzog die enttäuschende Entwicklung des so genannten Post-Paid-Geschäfts im Mobilfunkbereich, bei dem Zwei-Jahresverträge abgeschlossen werden. Derzeit hält der Anbieter nach eigenen Angaben rund 150.000 Post-Paid-Kunden. Ferner teilte das Unternehmen mit, mit zwei potentiellen Investoren über einen Einstieg bei Herzog im Gespräch zu stehen. Der Börsenkurs des Unternehmens war in den vergangenen Tagen von 11,65 Euro auf 1,30 Euro gefallen. (ddp)
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