pte20240212002 Forschung/Entwicklung, Medizin/Wellness

Amnesie bei B-Zellen soll bald Allergien heilen

Wissenschaftler der McMaster University zielen vor allem auf ein krankmachendes Gedächtnis ab


Josh Koenig (rechts) und Assistentin Allyssa Phelps begutachten Proben (Foto: mcmaster.ca)
Josh Koenig (rechts) und Assistentin Allyssa Phelps begutachten Proben (Foto: mcmaster.ca)

Hamilton/Hørsholm (pte002/12.02.2024/06:05)

Menschen mit Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel oder Chemikalien haben Gedächtnis-B-Zellen, die sich an Reize erinnern. Isst ein Allergiker beispielsweise Erdnüsse, werden sie alarmiert und animieren das Immunsystem zu ungewöhnlich heftigen Reaktionen wie etwa Atemnot. Diesen Zellen eine Amnesie zu verpassen, könnte Allergien möglicherweise heilen, so Josh Koenig von der McMaster University und Peter Sejer Andersen vom Pharmaunternehmen ALK.

Überproduktion von Antikörpern

Die Forscher haben die speziellen "Typ -2 Speicher-B-Zelle" (MBC2) und ihre Eigenarten untersucht. B-Zellen produzieren Antikörper, die im Normalfall bei der Abwehr von Infektionen helfen. Sie können aber auch Allergien auslösen. "Nehmen wir an, Sie sind allergisch gegen Erdnüsse. Ihr Immunsystem merkt sich aufgrund von MBC2, dass Sie gegen diese Kerne allergisch sind, und wenn Sie erneut Erdnüsse essen, erzeugt es mehr Antikörper, die Sie allergisch machen", so Koenig.

"Obwohl Allergien weltweit die häufigste Erkrankung sind, ist immer noch nicht vollständig geklärt, wie sie entstehen und sich zu einer lebenslangen Erkrankung entwickeln können. Das Auffinden der Zellen mit Gedächtnis ist ein wichtiger Fortschritt und ein entscheidender Faktor für unser Verständnis darüber, was Allergien verursacht und wie Behandlungen aussehen müssen", unterstreicht Sejer Andersen.

Zwei therapeutische Ansätze in Sicht

"Wir haben jetzt zwei potenzielle therapeutische Ansätze zur Behandlung von Allergien. Die erste besteht darin, diese MBC2 gezielt anzugreifen und sie bei einer allergischen Person zu eliminieren. Die andere Möglichkeit könnte darin bestehen, ihre Funktion zu ändern und sie etwas tun zu lassen, das letztlich nicht schädlich ist, wenn die Person dem Allergen ausgesetzt wird", ergänzt Kelly Bruton, die jetzt an der Stanford University forscht.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Wolfgang Kempkens
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail: kempkens@pressetext.com
Website: www.pressetext.com
|