pte20250228025 in Forschung

Gesichter im Kaffeeschaum sind kein Zufall

Universität Gießen sieht ein "systematisches Nebenprodukt der Optimierung unseres Gehirns"


Gesicht im Milchschaum: eine Meisterleistung des Gehirns (Foto: uni-giessen.de, Lisa Dittrich)
Gesicht im Milchschaum: eine Meisterleistung des Gehirns (Foto: uni-giessen.de, Lisa Dittrich)

Gießen (pte025/28.02.2025/13:45)

Gesichter im Kaffeeschaum, Sand oder in anderen zufälligen Strukturen im Alltag interpretieren: Diese sogenannte Gesichtspareidolie beruht darauf, dass das Gehirn Gesichter zu erkennten und Objekte zu klassifizieren versucht. Details der wissenschaftlichen Erkenntnisse von Forschern der Universität Gießen sind in "PLOS Computational Biology" nachzulesen.

KI-Modelle am Start

Die Experten haben Reaktionen auf bestimmte Sinnesreize im Gehirn von Versuchspersonen mit neuronalen Netzwerken verglichen, die sie mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) entwickelten. Ergebnis: Nur eines dieser computergesteuerten Netzwerke reagierte ähnlich wie ein menschliches Gehirn auf vermeintliche Gesichtsmerkmale in unbelebten Objekten.

Das Netzwerk, das geschult wurde, Gesichter zu erkennen und Objekte in verallgemeinerbare Kategorien einzuordnen, reagierte ähnlich wie ein Mensch. "Wenn wir also im Kaffeeschaum oder in den Wolken ein Gesicht sehen, ist das keine zufällige Kuriosität, sondern ein systematisches Nebenprodukt der Optimierung unseres Gehirns", so Fachfrau Katharina Dobs.

Komplexe Phänomene

Die Studie leistet laut der Letztautorin nicht nur einen Beitrag dazu, die möglichen Ursachen der Gesichtspareidolie zu ergründen - die Wissenschaftler wollen eigenen Angaben nach damit auch auf das Potenzial künstlicher neuronaler Netzwerke aufmerksam machen, um andere komplexe Phänomene rund um das menschliche Sehen zu erforschen.

(Ende)
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