pte20190204012 Technologie/Digitalisierung, Medizin/Wellness

Exoskelett lässt kranke Hände fest zupacken

Innovatives System aus Aktoren, Kamera und lernfähiger Software soll Behinderten helfen


So funktioniert die neue Bewegungshilfe für die Hand (Grafik: useoul.edu)
So funktioniert die neue Bewegungshilfe für die Hand (Grafik: useoul.edu)

Seoul/Daejeon (pte012/04.02.2019/11:30) Menschen, die wegen einer Erkrankung ihre Hand nicht mehr bewegen können, werden künftig wieder ganz normal zupacken. Möglich macht das ein Exoskelett, das Forscher an der Seoul National University http://useoul.edu und der Technischen Hochschule KAIST http://kaist.ac.kr entwickelt haben. Es wird über die funktionsunfähige Hand gestülpt und von Aktoren bewegt. Diese wird vom Auge des Behinderten gesteuert, der eine Datenbrille trägt. Sie zeigt ihm zudem, was seine Hand gerade macht.

Software erkennt Absichten

Die verwendete Software lernt die Gewohnheiten des Nutzers. Streckt dieser beispielsweise seinen Arm nach einem Stück Brot aus, weiß das Programm, dass der User es essen will. Die Finger packen zu und die Hand führt die Speise zum Mund, sodass der Anwender abbeißen kann. Genauso geschieht es mit einem Becher. Er wird per Kamera als solcher identifiziert und zum Mund geführt.

"Anstelle von Biosignalen, die oft genutzt werden, um Behinderten Bewegungsmöglichkeiten zurückzugeben, nutzen wir die Information, die eine Kamera uns liefert", schreiben die Forscher. Sie erfassen die Umwelt und die Bewegung des Arms. "Daraus schließt das Programn auf die Absicht des Nutzers", heißt es. Das funktioniere aber nur bei Menschen, die ihren Arm noch bewegen können, nicht aber ihre Hand.

Anwendbarkeit im Alltag als Ziel

Das Exoskelett benötigt Verbindungen zur Stromversorgung und zum Computer, in dem die notwendigen Bewegungen berechnet werden. Die Kamera muss ebenfalls noch per Kabel mit dem Rechner verbunden sein - also eine ziemlich aufwendige Anordnung. Die südkoreanischen Wissenschaftler arbeiten jedoch daran, die benötigten Aggregate zu verkleinern und ihr Gewicht zu verringern. Vor allem soll der Computer durch ein kleines tragbares Gerät ersetzt werden, sodass das System alltagstauglich wird.

Letztlich wollen die südkoreanischen Wissenschaftler neuromorphe Prozessoren einsetzen. Diese enthalten analoge elektronische Schaltkreise, die den neurobiologischen Strukturen des Nervensystems ähneln. Sie würden bald verfügbar sein, glauben die Forscher abschließend.



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