pte20250226001 in Forschung

Gesundheits-Apps können User krank machen

Sozialforscher der Flinders University warnen vor Essstörungen und psychischen Schädigungen


Dick und dünn: Frust, wenn Wunsch und Realität divergieren (Illustration: Christian Dorn/pixabay.de)
Dick und dünn: Frust, wenn Wunsch und Realität divergieren (Illustration: Christian Dorn/pixabay.de)

Adelaide (pte001/26.02.2025/06:00)

Zu einem gesunden Lebenswandel mahnende Apps können gegenteilig wirken. Forscher der Flinders University machen derartige Anwendungen unter anderem für Essstörungen verantwortlich. "Ernährungs- und Fitness-Apps werden als Hilfsmittel zur Verbesserung der Gesundheit vermarktet, können jedoch auch unbeabsichtigte negative Folgen haben", so Doktorandin Isabella Anderberg. Dazu zählt sie den Druck, das von der App vorgegebene Ziel zu erreichen. Auch Frust sei denkbar, wenn dieses Ziel nicht kurzfristig erreicht wird und daraus Schuldgefühle resultieren.

38 Studien ausgewertet

Die Forscherin hat gemeinsam mit Forschungsleiterin Ivanka Prichard 38 Studien zu den Themen Ernährungs- und Fitness-Apps, Essstörungen, Körperbild und zwanghaftes Fitnesstraining auswertet, die in den USA, Kanada, im Vereinigten Königreich, in Australien und Neuseeland, China, der Tschechischen Republik, Frankreich, Norwegen und der Schweiz durchgeführt worden waren.

Zu den Vorteilen der App-Nutzung zählen die Motivation zu körperlicher Aktivität und der Zugang zu gesundheitsbezogenen Infos. Zu den Nachteilen gehören die Förderung von Schlankheit als Ideal, der Druck, ernährungs- oder fitnessbezogene Ziele zu erreichen und die damit verbundenen Schuldgefühle sowie die problematische Nutzung von Apps zur Fortführung eines gestörten Essverhaltens.

Junge Erwachsene gefährdet

"Wir haben festgestellt, dass junge Erwachsene, die Diät- und Fitness-Apps nutzen, im Vergleich zu denen, die sie nicht nutzen, stärkere Symptome von Essstörungen aufweisen. Sie halten verstärkt schädliche oder restriktive Diäten ein und haben von ihrem eigenen Erscheinungsbild eine negative Meinung", stellt Anderberg fest.

Der Fokus auf diätetische Einschränkungen und Gewichtsverlust in diesen Apps könne zu restriktiven oder übermäßigen Verhaltensweisen führen, die bei Menschen, die bereits Bedenken hinsichtlich ihres Gewichts oder ihres Körperbildes haben, Anlass zur Sorge geben könnten.

"Einige Nutzer berichteten zwar von positiven Erfahrungen wie einer gesteigerten Aufmerksamkeit und Motivation, doch die weiterreichenden Auswirkungen auf die psychische Gesundheit müssen sorgfältig abgewogen werden, insbesondere bei gefährdeten Bevölkerungsgruppen wie Jugendlichen", so die Doktorandin. Die Ergebnisse würden demnach die Wichtigkeit der Förderung eines gesunden Körperbilds sowie Bewegungsverhalten bei jungen Erwachsenen unterstreichen.

(Ende)
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