pte20240719011 Technologie/Digitalisierung, Forschung/Entwicklung

KI sollte besser kein Bewusstsein entwickeln

RUB-Wissenschaftler Wanja Wiese untersucht moralische Zulässigkeit in Computeralgorithmen


Künstliche Intelligenz: RUB-Forscher erörtert Frage des Bewusstseins (Bild: pixabay.com, JuliusH)
Künstliche Intelligenz: RUB-Forscher erörtert Frage des Bewusstseins (Bild: pixabay.com, JuliusH)

Bochum (pte011/19.07.2024/12:30)

Künstliche Intelligenzen (KI) sollten kein Bewusstsein entwickeln. Zu dem Schluss kommt Wanja Wiese von der Ruhr-Universität Bochum (RUB). "Die kausale Struktur könnte ein bewusstseinsrelevanter Unterscheid sein", argumentiert der Experte in einem in "Philosophical Studies" erschienenen Aufsatz.

Eine Frage des Risikos

"Zum einen soll das Risiko gemindert werden, versehentlich künstliches Bewusstsein zu schaffen; dies wäre wünschenswert, da derzeit nicht klar ist, unter welchen Bedingungen die Schaffung künstlichen Bewusstseins moralisch zulässig ist. Zum anderen sind Täuschungen durch scheinbar bewusste KI-Systeme auszuschließen, die nur so wirken, als wären sie bewusst", so Wiese.

Dies sei besonders deswegen wichtig, weil es bereits Hinweise darauf gibt, dass viele Menschen, die oft mit Chatbots interagieren, diesen Systemen Bewusstsein zuschreiben. Zugleich besteht unter Experten ein Konsens, dass aktuelle KI-Systeme kein Bewusstsein besitzen.

Überleben eines Organismus

Unter der Annahme, dass Bewusstsein einen Beitrag zum Überleben eines bewussten Organismus leistet, muss es aus Sicht des Prinzips der freien Energie in den physiologischen Vorgängen, die zum Erhalt des Organismus beitragen, eine Spur geben, die das bewusste Erleben hinterlässt, und die sich als informationsverarbeitender Vorgang beschreiben lässt.

Wiese: "Dies kann man das 'computationale Korrelat von Bewusstsein' nennen. Auch dieses kann in einem Computer realisiert werden. Es kann jedoch sein, dass in einem Computer weitere Bedingungen erfüllt sein müssen, damit der Computer das bewusste Erleben nicht nur simuliert, sondern repliziert."

(Ende)
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